Über Mantras, Malas und Meditation mit Atmika Yani Nörren

Photo Credit: Nancy Becher Photography

Yani

Hi Yani!

1. Wie würdest du die Art Musik beschreiben, die du machst? Wie kann man sich das vorstellen und wie kam es dazu?

Die Musik, die ich mache, nennt man Kirtan – das Chanten oder Singen von Sanskrit Mantren in einer eher künstlerisch freien Form. Ähnlich wie beim Gospel singt man in ‚Ruf und Antwort’. Deswegen sage ich zum Kirtan auch oft ‚Yogischer Gospel’, weil es im    Prinzip so ist, nur dass man in einer anderen Sprache singt. Ich spiele dazu immer das Harmonium und manchmal auch die Gitarre. Das Schöne an der Kirtanmusik ist, dass jeder seinen Musikstil mit Mantren verbinden kann und sich so individuell künstlerisch ausdrücken kann. Ich spiele z.B. gerne ein schönes herzöffnendes Mantra und lasse es mit einem dazu passenden Popsong zusammenschmelzen. Ein sogenanntes Mantra-Popsong-Mash-Up. Den meisten Zuhörern gefällt das sehr gut und es lässt eine auf der einen Seite etwas schmunzeln und auf der anderen Seite bekommt der Zuhörer noch mal eine andere Verbindung oder Bezug zum Mantra oder allgemein zum Kirtan. Was auch so schön ist an der Kirtan Musik, ist dass alle gemeinsam singen. Das gibt den Mantren noch mal eine kraftvollere Wirkung und Energie.

2. Hast du ein Lieblingsmantra?

Es kommt darauf an, in welcher Stimmung ich mich befinde. An manchen Tagen chante ich eher herzöffnende Mantren, wie z.B. Krishna oder Rama Mantren aus der Bhakti-Tradition. Manchmal chante ich auch sehr gerne Shiva oder Kali Mantren. Also je nachdem, wie ich mich fühle.

3. Meditierst du selbst regelmäßig und was bedeutet Meditation für dich?

Ja, ich meditiere regelmäßig. Eigentlich wenn es geht jeden Tag oder zu mindest 5 Mal die Woche. Die Meditationspraxis ist definitiv mein Hauptfokus in meiner Yogapraxis, gefolgt von meiner Mantra Yogapraxis. Wenn ich nicht meditiere, fühle ich mich einfach nicht ausgeglichen und nicht bei mir. Wenn es doch mal vorkommt, dass ich drei oder mehrere Tage hintereinander nicht meditiert habe, dann merke ich das doch sehr stark und fühle mich einfach nicht gut. Es ist ein ganz subtiles Unwohlsein, was ich dann verspüre und manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich viel empfindlicher und reizbarer bin als wenn ich meditiert habe. Also Meditation hat definitiv eine wichtige Bedeutung in meinen Leben.

4. Meditierst du auch mit einer Mala und wenn ja, wie oft?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich in meiner regelmäßigen Praxis nicht mit einer Mala meditiere. Vielen Menschen hilft es, aber mich lenkt es eher ab. Aber ich benutze eine Mala, wenn ich Japa praktiziere, d.h. wenn ich für eine ganz bestimmte Sache oder für eine bestimmte Person ein Mantra chante. Ich benutze dann die Mala um so die Wiederholungen des Mantras genau abzählen zu können.

5. Wie viele Malas hast du und nutzt du sie alle zur Meditation oder eher als Schmuckstück?

Oh, ich glaube, ich habe wahrscheinlich zwischen 5-8 Malas bei mir Zuhause. Eine trage ich jeden Tag, die mir eine gute Freundin geschenkt hat. Sie begleitet mich jeden Tag und die anderen Malas habe ich auf meinem Altar zur Aufbewahrung.

6. Was ist besser am meditieren mit einer Mala?

Ich denke, es gibt hier kein besser oder schlechter. Es ist eher die Frage, was funktioniert für MICH am besten und was eher nicht. Wenn für den Einen das Meditieren mit einer Mala besser funktioniert, super! Wenn für den Anderen das Meditieren ohne Mala am besten funktioniert, prima! Ich würde wirklich sagen, dass es tatsächlich eine sehr individuelle Sache ist.

7. Meditierst du immer mit dem selben Mantra? Magst du es verraten?

☺ Also ich beginne meine Praxis immer mit dem Chanten von ein paar Shanti Mantren und dann je nach dem in welcher Phase ich mich befinde. Das können ganz unterschiedliche sein. Aber das möchte ich ehrlich gesagt ein bisschen für mich behalten, denn die eigene Praxis ist für mich schon noch etwas Intimes, was man respektieren sollte.

8. Wer inspiriert dich und warum?

Oh mein Gott! Da gibt es so einige Menschen und Wesen auf dieser Welt, die mich inspirieren. Aber wer mich in den letzten 5 Jahren sehr inspiriert und eigentlich dazu beigetragen hat, dass ich mein Leben lebe, so wie ich es heute Lebe, ist meine Lehrerin Manorama D’Alvia. Sie ist meine Sanskrit, Yogaphilosophie und Meditationslehrerin. Als ich sie September 2012 kennengelernt habe, hat sich mein Leben komplett verändert. Durch sie habe ich mich noch tiefer in die Yogapraxis begeben und meinen Weg und meine Nische gefunden, in der ich heute bin. Mit Hilfe ihrer Teachings habe ich gelernt noch bewusster, achtsamer und ehrlicher zu mir selbst und zu anderen zu sein.

9. Welche Veränderung wünschst du dir in der Welt?

Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder offener und liebevoller aufeinander zugehen und sich gegenseitig zu hören, und dass vor allem das Bewusstsein gegenüber unserer Umwelt und den Tieren auf diesem Planeten mehr Mitgefühl und Achtsamkeit geschenkt wird. Ich glaube, es bedarf auch an noch mal mehr Aufklärungsarbeit in vielen Bereichen, die die Gesellschaft zu diesen Zeiten bewegen. Viele Menschen leisten ja auch schon wundervolle Arbeit, insbesondere in den ehrenamtlichen Positionen. Das bewundere und respektiere ich sehr.

10. Welche größte Veränderung an dir hast du bemerkt, seit du Yoga machst und regelmäßig meditierst?

Ich glaube, die Yoga- und Meditationspraxis hat mir geholfen, viele Dinge mit denen ich vorher Probleme hatte oder unsicher war, klarer zu sehen und sie aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Ich bin zwar von Natur aus ein eher gelassener und geerdeter Mensch, aber durch die Praxis hat alles eine noch viel klarere Richtung bekommen.

11. Teile eine Lebensweisheit oder ein Anliegen mit uns

Höre auf deine innere Stimme und sei immer ehrlich zu dir selbst. Das sind zwei Dinge, die ich für mich in den letzten Jahren immer mehr und mehr kultiviert habe und auch noch übe, um mich selbst besser kennenzulernen. Je besser ich mich kenne, desto besser kann ich andere Menschen und meine Umgebung verstehen. Je besser ich meine Mitmenschen und meine Umgebung verstehe, desto mehr bin ich in Harmonie mit meinen Mitmenschen und mit meiner Umgebung.

Wie kann man sich mit dir connecten, wenn man in den Genuss einer Mantra-Session kommen möchte?

Man kann meine aktuellen Kirtan-Session, Klassen und Workshops auf meiner Website www.atmikayogamusic.com lesen und mich auch darüber kontaktieren.

Und über die Social Media Kanäle: Facebook Fanpage: Atmika Yoga & Music, Instagram: atmikayogamusic + über meinen YouTube Channel: Atmika Yani Channel

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Yani!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.